Knochenaufbau - Unsere Leistungen im Überblick

Aufbau von Knochen ist in den Fällen notwendig, in denen nicht genug eigener Kieferknochen für ein Implantat zur Verfügung steht. Ein Knochenaufbau ist ein chirurgischen Eingriff (Knochenaufbau = Augmentation), der sowohl im Oberkiefer (Sinuslift) als auch im Unterkiefer (Knochenblock) durchgeführt werden kann. Die gängigsten Techniken zum Aufbau der Kiefer sind die Anlagerung, Auflagerung oder Einlagerung körpereigenen Knochens auf oder in den geschwundenen Kieferkamm.

Die Praxisklinik für Zahnmedizin und Implantologie ist eine zertifizierte Schwerpunktpraxis für orale Implantologie der Deutschen Gesellschaft für Implantologie (DGI).

Operateure: PD Dr. Sönke Harder, PD Dr. C. Mehl

Ein Zahnimplantat sollte grundsätzlich allseitig von einer mindestens 2 mm starken Knochenschicht umgeben sein. Häufig ist dieses Knochenvolumen zum Zeitpunkt der Entscheidung für ein Zahnimplantat nicht mehr vorhanden, da der Körper den bis dahin nicht benötigten Teil des Kieferknochens abgebaut hat.

Im Folgenden werden die Möglichkeiten zum Knochenaufbau in unserer Zahnarztpraxis in München beschrieben. Kleinere Knochentransplantationen können als ambulanter Eingriff in örtlicher Betäubung oder leichter Sedierung durchgeführt werden. Umfangreiche Knochenaufbauten mit der Entnahme von Hüftknochen erfordern eine Vollnarkose.

Unsere Leistungen im Überblick:

Knochenaufbau im Oberkiefer - Sinuslift

Fehlender Knochen im Oberkiefer kann vor dem Setzen eines Zahnimplantats durch einen minimalinvasiven Eingriff ausgeglichen werden. Hierbei wird ein kleiner Teil der Nasennebenhöhle (Sinus maxillaris) mit Knochenmaterial (künstlicher Knochen) gefüllt. Diese Verfahren bezeichnet man als Sinuslift. Es entsteht ein ausreichend breiter Knochen zur Aufnahme des Zahnimplantats. Der Eingriff erfolgt durch die Mundhöhle und hinterlässt keine äußeren Narben.

Man unterscheidet den internen vom externen Sinuslift (siehe Beispiele).

Beim internen Sinuslift bringt der Zahnarzt den künstlichen Knochen vor dem Setzen des Zahnimplantats durch den Bohrstollen des Implantats ein. Anschließend wird das Zahnimplantat in die Bohrung eingeschraubt und damit der Knochenaufbau verschlossen.

Beim externen Sinuslift legt der Zahnarzt ein seitliches Knochenfenster in der Nasennebenhöhle an. Der künstliche Knochen wird dann durch dieses Fenster unter die Haut der Nebenhöhle gelegt. Somit kann auch ein umfangreicher Aufbau von Knochen im Oberkiefer durchgeführt werden. Nach dem Knochenaufbau wird das Fenster sicher mit einer Membran verschlossen.

 

Beispiel 1: Knochenaufbau im Oberkiefer (Interner Sinuslift)

 

 

 

 

Beispiel 2: Knochenaufbau im Oberkiefer (Externer Sinuslift)

Knochenaufbau im Unterkiefer - Eigenknochentransplantat

Fehlender Knochen im Unterkiefer kann vor dem Setzen eines Zahnimplantats durch ein Knochentransplantat ausgeglichen werden. Hierzu wird ein passendes Stück Eigenknochen (Knochenblock) vom Unterkiefer entnommen (sog. J-Graft, Beispiel 1) und im Defektgebiet fixiert. So entsteht ausreichend breiter Knochen zur Aufnahme des Zahnimplantats. In der Regel kann der benötigte Knochen von verschiedenen Stellen der Kiefer entnommen werden, so dass keine äußeren Narben entstehen. Bei gering ausgeprägten Knochendefekten kann auch zerkleinerter Knochen den Defekt auffüllen. Er wird anschließend mit einer künstlichen Membran bedeckt (Beispiel 2).

 

Beispiel 1: Knochenblocktransplantat (J-Graft)

Beispiel 2: Seitlicher Knochenaufbau mit Eigenknochen 

Umfangreicher Knochenaufbau - Beckenkammentnahme

Ausgeprägte Kieferdefekte erfordern einen umfangreichen Aufbau von Eigenknochen vor dem Setzen von Zahnimplantaten. Die Entnahme von Hüftknochen (sog. Beckenkammentnahme) stellt eine sichere Möglichkeit dar. um ausreichend viel körpereigenen Knochen zu gewinnen. Die Entnahme erfolgt minimalinvasiv in Vollnarkose in Kooperation mit Dr. med. E. Höfter, Facharzt für Plastische Chirurgie. Die so gewonnenen Knochenstücke werden mit Hilfe kleiner Titanschrauben am Restkieferknochen befestigt. Jedes Knochentransplantat muss anschließend vollständig mit Mundschleimhaut bedeckt werden, um eine sichere Einheilung zu gewährleisten. Nach einer mehrmonatigen Einheilphase wird die Mundschleimhaut über dem neu geformten Kieferkamm eröffnet und ein oder mehrere Zahnimplantate eingesetzt.

Material für Knochenaufbau - Welche Möglichkeiten gibt es?

Um verloren gegangenen Knochen zu ersetzen, können folgende Materialien benutzt werden:

1. Körpereigener Knochen

2. Natürliche Knochenersatzmaterialien

3. Synthetische Knochenersatzmaterialien

Körpereigener Knochen kann in ausreichendem Maße von verschiedenen Stellen des Körpers gewonnen werden und eignet sich sehr gut für die Wiederherstellung von Kieferdefekten. Es besteht kein Infektionsrisiko für den Patienten und daher ist körpereigener Knochen allen anderen Materialien überlegen. Wir führen regelmäßig Knochenaufbauten mit Eigenknochen durch.

Natürliche Knochenersatzmaterialien werden aus tierischem Material (Knochen und Bindegewebe) gewonnen. Die verwendeten Präparate werden als Medizinprodukte vom Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM) zugelassen. Geeignet sind natürliche Knochenersatzmaterialien für die Auffüllung von kleineren Kieferdefekten, oder als Beimischung zu körpereigenem Knochen.

Synthetische (künstliche) Knochenersatzmaterialien bestehen aus auf Kalzium basierenden Keramiken oder sog. bioaktiven Gläsern. Sie werden als Granulate angeboten und eignen sich aufgrund Ihrer geringeren Stabilität nur für die Verwendung bei kleineren Kieferdefekten.

Welches Material im konkreten Fall zum Einsatz kommt, sollte nach den notwendigen diagnostischen Maßnahmen (klinische und röntgenologische Untersuchung) und der entsprechenden Aufklärung durch den behandelnden Arzt festgelegt werden. Zusammenfassend lässt sich sagen, dass der körpereigene Knochen nach wie vor die verträglichste und vorhersagbarste Methode zum Kieferknochenaufbau darstellt.


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Knochen kann im Ober- oder im Unterkiefer aufgebaut werden. Nach drei Monaten setzt der Zahnarzt das Implantat ein und verschraubt es schließlich mit einer Krone, damit der Patient wieder fest zubeißen kann.


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