Professionelle Parodontosebehandlung

Parodontitis

Die häufigste Zahnfleischerkrankung eines Erwachsenen ist die Parodontitis. Plaque und Bakterien greifen das Zahnfleisch an, das Zahnfleisch zieht sich zurück und es bilden sich Entzündungsherde, die zu Zahnverlust und der Schädigung anderer, innerer Organe (Herz, Lunge) führen können.

Dr. Hansen erklärt wie eine Zahnfleischerkrankung entsteht und wie Sie therapiert werden kann


Beispiel: Verlauf einer parodontalen Erkrankung des Zahnhalteapparates (Parodontitis)

Parodontosetherapie

Um eine Parodontitis zu erkennen und zu behandeln, bieten wir Ihnen eine schnelle Diagnose, eine sorgfältige, gründliche Behandlung und eine langfristige Betreuung nach erfolgreicher Therapie an.

Wesentliches Merkmal der Parodontosebehandlung ist zunächst die Herstellung entzündungsfreier Verhältnisse in der Mundhöhle. Anschließend können gezielt einzelne, noch verbliebende Zahnfleischtaschen behandelt werden. Ein strukturiertes Recallsystem mit regelmäßigen Nachuntersuchungen sichert das Ergebnis der Therapie.

 

 

Plastisch-ästhetische Parodontalchirurgie

Lange und freiliegende Zahnhälse, Verfärbungen des Zahnfleisch oder ein Überschuss an Zahnfleisch (Gummy Smile) stören ein ästhetisches Erscheinungsbild der Zähne. Durch minimalinvasive, plastisch-ästhetische Korrekturen des Zahnfleisch können solche Einschränkungen gezielt beseitigt werden. Unsere Praxisklinik hat sich auf die ästhetischen Korrekturen des Zahnfleischs spezialisiert. Sprechen Sie uns an, wir beraten Sie gerne.


Weiterführende Informationen zur Parodontitis

Parodontitis

Blutet Ihr Zahnfleisch beim Zähneputzen oder auch beim Essen? Bildet sich Ihr Zahnfleisch eventuell sogar schon zurück? Dann leiden Sie höchstwahrscheinlich an Parodontitis. Rund 80 Prozent der Deutschen haben Parodontose – wie die Zahnbettentzündung umgangssprachlich auch heißt. Häufig merken die Betroffenen gar nicht, dass ihr Zahnfleisch krank ist. Denn die Zahnfleischentzündung verläuft oft unauffällig und schmerzfrei. Sie kann aber schlimme Folgen haben: Zahnfleischrückbildung, Kieferknochenabbau oder auch ein erhöhtes Schlaganfall- und Herzinfarktrisiko.

In unserer Praxisklinik bieten wir Ihnen bei der Parodontitistherapie eine schnelle Diagnose und eine sorgfältige sowie gründliche Behandlung an. Dabei werden zunächst alle Entzündungen in Ihrer Mundhöhle beseitigt. Anschließend behandeln wir gezielt einzelne, noch verbliebene Zahnfleischtaschen.

Bei der Parodontitisbehandlung legen wir besonderen Wert auf die langfristige Betreuung. Hierzu gehört ein strukturiertes Recallsystem, das durch regelmäßige Nachuntersuchungen das Ergebnis der erfolgreichen Behandlung langfristig sichert.

Hier finden Sie Informationen zum Krankheitsbild der Parodontitis und dem Behandlungsablauf in unserer Praxisklinik.

Für Fragen stehen wir Ihnen natürlich jederzeit gerne persönlich zur Verfügung.

Was ist Parodontitis und wie entsteht sie?

Parodontitis, auch Parodontose genannt, ist eine Entzündung des Zahnfleischs und Zahnhalteapparates – neben der Karies ist sie die häufigste Erkrankung in der Zahnmedizin. Sie greift das Gewebe an, das den Zahn in seinem Bett hält. Da die Erkrankung meist schmerzfrei verläuft, bleibt sie häufig für lange Zeit unbemerkt.

Das Risiko einer Erkrankung steigt mit dem Lebensalter. Bleibt die Parodontitis unbehandelt, kann dies zu einem vorzeitigen Zahnverlust führen. Die chronische Entzündung des Zahnhalteapparates verläuft meist schubweise.

Ohne Zahnbelag (Plaque) gibt es keine Parodontitis. Zahnbelag, der sich an der Zahnoberfläche, vorzugsweise in den Zahnzwischenräumen anlagert, besteht aus einem Netzwerk von Bakterien. In der Mundhöhle befinden sich über 600 unterschiedliche Bakterienarten, die größtenteils ungefährlich für die Mundgesundheit sind. Sie bilden einen sogenannten Biofilm – also Plaque – auf der Zahnoberfläche, dem Zahnfleischrand und den Zahnzwischenräumen. Wird der Plaque nicht gründlich und regelmäßig entfernt, verhärtet sich dieser Belag und es entsteht Zahnstein. Die Stoffwechselprodukte der Bakterien verursachen die Entzündung des Zahnfleischs, auch Gingivitis genannt. Hauptmerkmal der Gingivitis und das erste Warnsignal ist Zahnfleischbluten.

Das Anheftungsgebiet des Zahnfleischs an den Zahn ist eine natürliche Barriere, die oft sehr lange das Eindringen der Bakterien in tiefere Regionen verhindern kann. Wird allerdings nichts unternommen, wird dieser Schutzwall durchlässig und die Entzündung breitet sich auf den Knochen und die Wurzelhaut aus. Nun folgt eine schubweise Zerstörung des zahntragenden Zahnbetts. Das Zahnfleisch löst sich etwas vom restlichen Zahnhalteapparat und sogenannte Taschen entstehen. Jetzt können noch mehr Bakterien eindringen. Unsere eigene Immunreaktion führt als Folge des Bakterienangriffs zum Abbau des Zahnhalteapparates, das Zahnfleisch schwindet, der Knochen geht zurück, die Zähne werden locker und fallen im schlimmsten Fall aus – auch ohne jemals Karies oder eine Füllung gehabt zu haben.

 

Welche Risikofaktoren begünstigen eine Parodontitis?

Nicht jeder Mensch hat das gleiche Risiko, an Parodontitis zu erkranken. Auch der Verlauf und die Schwere der Erkrankung hängen von bestimmten inneren und äußeren Faktoren ab, die auf unser Immunsystem einwirken.

 

1.     Es ist wissenschaftlich nachgewiesen, dass eine Veranlagung zur Parodontitis vererbt werden kann.

2.     Unzureichende Mundhygiene ist der Hauptrisikofaktor für das Entstehen der Parodontitis. Denn wie schon erwähnt sind Zahnstein und Bakterienanlagerungen verantwortlich für die Zahnfleischentzündung.

3.     Der Genuss von Nikotin beeinträchtigt unsere Abwehrreaktionen, womit das Risiko einer Erkrankung bei Rauchern um das 2- bis 7-fache erhöht ist. Außerdem bemerken sie die Parodontitis häufig lange Zeit nicht, da das erste typische Warnsignal – das Zahnfleischbluten – oft ausbleibt. Die Erfolgsaussichten der Behandlung sind eingeschränkt, wenn der Patient weiterhin raucht. Die erste und beste Maßnahme hier: Sofort mit dem Rauchen aufhören!

4.     Diabetes erhöht das Risiko, an Parodontitis zu erkranken. Schlecht eingestellte Blutzuckerwerte beeinflussen direkt die Abwehrkräfte des Zahnhalteapparates, wodurch Zahnfleischentzündungen häufiger auftreten und unter Umständen schlechter ausheilen.

5.     Psychischer Stress und hormonelle Umstellungen beeinträchtigen das Immunsystem. Die Parodontitis kann leichter auftreten und von einem schnellen Verlauf gezeichnet sein. Das Risiko, in der Schwangerschaft an Parodontitis zu erkranken, ist erhöht.

6.     Angeborene und erworbene Immunsystemschwächen, wie zum Beispiel AIDS, begünstigen die Entstehung von Parodontitis.

7.     Bestimmte Medikamente, beispielsweise zur Blutdrucksenkung oder auch Arzneimittel, die das Immunsystem schwächen, führen zum Anschwellen des Zahnfleischs und erleichtern so die Entstehung einer Parodontitis.

 

Symptome, die auf eine Parodontitis hindeuten

Obwohl die Parodontitis aufgrund des schmerzlosen Verlaufs häufig lange Zeit unbemerkt bleibt, gibt es dennoch Warnsignale, die auf eine Entzündung des Zahnhalteapparates hindeuten:

·        Zahnfleischbluten (bei der häuslichen Mundhygiene oder beim Essen)

·        Zahnfleischschwellung und -rötung

·        Zahnfleischrückgang

·        Empfindliche Zahnhälse

·        Dauerhafter Mundgeruch und/oder ein durchgehend schlechter Geschmack im Mund

·        Eiteraustritt aus den Zahnfleischtaschen

·        Lockerung der Zähne

Sollten bei Ihnen eines oder mehrere dieser Warnsignale auftreten, sollten Sie umgehend mit Ihrem Zahnarzt sprechen. Denn nur er kann Ihnen mit Gewissheit sagen, ob Sie an einer Parodontitis leiden oder nicht.

Auswirkungen der Parodontitis auf unsere Allgemeingesundheit

Über das entzündete Gewebe des Zahnhalteapparates können die Entzündungsstoffe der Bakterien in unseren Blutkreislauf eindringen und so über das Blut an andere Orte im Körper transportiert werden.

·        Diabetes

Es gibt eine negative Wechselwirkung zwischen Parodontitis und Diabetes. Sind die Blutzuckerwerte schlecht eingestellt, begünstigt das die Entstehung einer Parodontitis. Umgekehrt erschwert die Parodontitis das Einstellen des Blutzuckerspiegels, da die Wirkung des Insulins durch die Zahnfleischentzündung abgeschwächt wird.

·        Herzinfarkt und Schlaganfall

Die Bakterien der Mundhöhle und ihre Entzündungsprodukte haben Einfluss auf die Verkalkung von Arterien. Bei Parodontitispatienten steigt das Risiko, einen Herzinfarkt oder einen Schlaganfall zu erleiden. Des Weiteren begünstigen die über den Parodontalspalt in die Blutbahn aufgenommenen Bakterien Entzündungen an der Herzinnenhaut, an künstlichen Herzklappen sowie an Hüft -und Kniegelenken.

·        Schwangerschaft

Schwangere Frauen sind anfälliger für Entzündungen des Zahnfleischs und des Zahnhalteapparates. Eine schwere Form der Parodontitis kann sogar zu einem siebenfach erhöhten Komplikationsrisiko in der Schwangerschaft führen wie auch zu einem geringeren Geburtsgewicht des Neugeborenen.

 

Parodontitisbehandlung in unserer Praxisklinik

Zunächst beurteilen wir den Schweregrad der Erkrankung. Um den Knochenverlauf zu beurteilen, fertigen wir ein großes Röntgenbild (OPG) an und messen die Taschentiefen mit einer abgerundeten Sonde mit Skalierung. Blutungsgrad, Zahnlockerung sowie Risikofaktoren werden bestimmt. Bei schwerem oder aggressivem Verlauf der Parodontitis kann es sein, dass wir begleitend zur Behandlung ein Antibiotikum verordnen müssen. Hierfür führen wir einen Bakterientest durch, dessen Auswertung im Labor das geeignete Antibiotikum für Sie bestimmt.

Voraussetzung für die Therapie ist, dass die sichtbaren Zahnflächen frei von Zahnbelägen sind und der Patient eine sorgfältige Zahnpflege betreibt. Nur dann kann die Behandlung dauerhaft Erfolg haben.

Deshalb sind in der Regel vor Behandlungsbeginn ein bis zwei Sitzungen mit unserer Dentalhygienikerin notwendig. Bei der professionellen Zahnreinigung  werden Sie optimal auf die Behandlung vorbereitet: Alle sichtbaren Bereiche werden zunächst gründlich gereinigt und eine Analyse Ihres Gebisses ermittelt eine individuell auf Sie zugeschnittene Pflege für zu Hause.

Nun kann die eigentliche Parodontitisbehandlung beginnen.

Unter örtlicher Betäubung reinigen wir zunächst die Taschen mit Handinstrumenten. Diese Behandlung wird meist durch Ultraschallgeräte unterstützt, um die Zahnwurzelflächen zu glätten. Dadurch wird eine weitere Bakterienanlagerung erschwert.

Nach der Therapie dauert es rund zwei bis drei Tage, bis das Zahnfleisch verheilt ist. Während dieser Zeit reduziert sich die entzündliche Schwellung des Zahnfleischs – dabei liegt es wieder straff und fest am Zahnhals an, schrumpft aber auch leicht.

Dies kann in den ersten Wochen zu empfindlichen Zahnhälsen führen.

In den nächsten Wochen nach der Behandlung kontrollieren wir das Ergebnis. In den meisten Fällen klingt die Zahnfleischentzündung nach dieser ersten Therapie vollständig ab. Wenn kein Heilungserfolg eintritt oder besonders tiefe Taschen vorliegen, ist ein chirurgischer Eingriff notwendig.

In einem zweiten Eingriff reinigen wir die Wurzeloberflächen der Zähne. Dafür öffnen wir unter örtlicher Betäubung das Zahnfleisch und führen die Reinigung ebenfalls mit Handinstrumenten und Ultraschallgeräten durch. So können wir Nischen, tief liegende Beläge und Unebenheiten an den Wurzeloberflächen besser erkennen und beseitigen.

 

Zusätzliche Maßnahmen bei Parodontitis

Eine Parodontitis führt in der Regel zu Zahnfleischschwund, bei schweren Verläufen sogar zum Abbau des Wurzelzements und des knöchernen Zahnfachs im Kiefer (sogenannter Alveolarknochen). Außerdem werden auch die kollagenen Faserbündel im Bindegewebe, die den Wurzelzement mit dem Knochen verbinden, zerstört. Dies alles kann dazu führen, dass der Betroffene seine Zähne verliert.

Dank der GTR und der plastischen Zahnfleischkorrektur können wir die Zähne unserer Patienten retten und ihnen wieder zu einem unbeschwerten Lächeln verhelfen.

GTR – gesteuerte Geweberegeneration

Mit der GTR (engl. Guided Tissue Regeneration) sind Verfahren gemeint, die dazu dienen, Gewebe des Zahnhalteapparats wiederherzustellen, die durch eine meist schwer oder aggressiv verlaufende Parodontitis abgebaut wurden. Sie ist nötig, da sich die unterschiedlichen Gewebe, aus denen sich der Zahnhalteapparat zusammensetzt, nicht im gleichen Tempo erholen. Da das Zahnfleisch die Funktion hat, Wunden zu verschließen, wächst es viel schneller als der Wurzelzement, die kollagenen Faserbündel oder der Alveolarknochen. Doch genau diese sorgen für den sicheren Halt der Zähne.

Hier kommt die GTR ins Spiel: Sie stimuliert die Neubildung dieser Gewebearten und hindert das Zahnfleisch daran, sich ungehemmt auszubreiten und die Regeneration des restlichen Zahnhalteapparats dadurch zu stören.

Behandlungsablauf der GTR

Nachdem wir den zu behandelnden Bereich örtlich betäuben, öffnen wir das Zahnfleisch mit einem kleinen Schnitt und legen dadurch die Zahnwurzeloberfläche frei. Zunächst entfernen wir alle noch dort befindlichen Ablagerungen wie Plaque oder Zahnstein. Sollten sich im Alveolarknochen bereits Krater gebildet haben, füllen wir diese mit Knochenersatzmaterial in Form von Granulat auf. Das Knochengewebe verwendet dieses Granulat einerseits als Leitschiene, aber auch als eine Art Baustoff.

Im Anschluss decken wir den eröffneten und behandelten Bereich mit einer Membran ab und schaffen dadurch eine Barriere zwischen dem Zahnfleisch und der Zahnwurzel sowie des Knochengewebes. In dem auf diese Weise geschaffenen Hohlraum können sich die kollagenen Faserbündel und das Knochengewebe ungehindert neu bilden – der Kieferknochen wird wieder aufgebaut.

Die Membran muss später nicht mehr entfernt werden, da wir ausschließlich mit resorbierbaren Membranen arbeiten. Als letzter Schritt wird die offene Stelle vernäht.

Plastische Zahnfleischkorrektur

Häufig führt die Parodontitis zu einer Rückbildung des Zahnfleischs. Freiliegende Zahnhälse, die überempfindlich auf Kälte, Wärme, Süßes oder Sauers reagieren, sind die Folge. Zudem leiden Patienten meist unter diesem ästhetischen Problem: insbesondere wegen den vorderen, sichtbaren Zähnen, die dadurch ungewöhnlich lang wirken. Ein offenes, herzhaftes Lachen vermeiden in diesem Fall viele. Die plastisch-ästhetische Zahnfleischkorrektur verhilft ihnen zu mehr Lebensqualität und Selbstvertrauen – denn das Zahnfleisch wird dadurch aufgebaut.

Hierbei wird die freiliegende Wurzeloberfläche mittels mikrochirurgischer plastischer Verfahren wieder mit Zahnfleisch bedeckt. Hierzu wird entweder Gewebe vom Gaumen auf die freigelegten Zahnhälse transplantiert oder das vorhandene Zahnfleisch wird gelockert und gestreckt, bis es die gewünschten freiliegenden Teile bedeckt.

Welche Methode sich für Sie eignet, entscheiden wir zusammen mit Ihnen nach einem ausführlichen Beratungsgespräch!

Nachsorge

Jetzt sind Sie gefragt! Parodontitis ist eine chronische Erkrankung. Das heißt, um einem Wiederkehren der aktiven Parodontitis und damit weiterem Knochenabbau und frühzeitigem Zahnverlust vorzubeugen, müssen Sie eine konsequente Nachsorge betrieben.

Diese besteht aus drei Säulen:

-         exzellente Mundhygiene zu Hause

-         2-4 mal im Jahr professionelle Zahnreinigung

-         regelmäßige Kontrolluntersuchungen beim Zahnarzt 

Nur wenn Sie mit uns zusammenarbeiten, kann ein langfristiger Erfolg für Sie erzielt werden. Ohne Ihre Mitarbeit ist das Risiko sehr hoch, dass die Parodontitis wieder auftritt.

Kosten

Ein Großteil der Behandlungskosten wird manchmal von den gesetzlichen Krankenkassen übernommen. Leider decken diese aber nicht alle Behandlungsmöglichkeiten der modernen Zahnmedizin ab. Fallen Kosten an, die Sie selbst tragen müssen, besprechen wir diese natürlich im Vorfeld genauestens mit Ihnen.