Fragen und Antworten

Wann ist eine Wurzelbehandlung notwendig?
Eine Wurzelbehandlung ist angezeigt bei einer Infektion des Zahnnervs. Diese kann verschiedene Ursachen haben.

Ein chemisches oder physikalisches Trauma (z.B. beim Beschleifen der Zähne), ein Riss im Zahn (z.B. durch Knirschen oder einen Sturz) oder Karies und undichte Füllungs- und Kronenränder können zum Eindringen von Bakterien oder deren Toxine in den Zahnnerv führen. Auch tiefe Füllungen oder Kronen, die sehr dicht am Zahnnerv liegen, können eine Wurzelkanalbehandlung notwendig machen. Unbehandelt führt die Pulpitis zu einem unkontrollierten Absterben des Nervs und die Entzündung kann sich auf den die Wurzel umgebenden Zahnhalteapparat ausbreiten (apikale Ostitis). Dies ist dann auf dem Röntgenbild als dunkler Punkt an der Wurzelspitze sichtbar (apikale Aufhellung).

Die Entzündungszeichen eines erkrankten Zahnnervs variieren von länger anhaltenden Heiß- und Kaltempfindlichkeiten, Spontanschmerz (vor allem nachts), Beschwerden beim Aufbiss, Klopfempfindlichkeit bis hin zu pulsierenden Schmerzen und Schwellung des umgebenden Weichgewebes. Manchmal können auch Kopf- oder Kieferschmerzen ein Hinweis für die Notwendigkeit einer Wurzelbehandlung sein. Nicht selten treten überhaupt keine Beschwerden auf und lediglich im Röntgenbild gibt sich eine vom Zahn ausgehende Entzündung im Knochen (apikale Ostitis) zu erkennen.

Bei chronischen Formen der Infektion geht der Verlauf häufig ohne jegliche Beschwerden einher. Nicht selten werden die Folgen der Infektion erst auf einem Röntgenbild in Form eines dunklen Punktes an der Wurzelspitze (apikale Ostitis) entdeckt. Der Knochen um die Zahnwurzel hat sich aufgelöst. Dieser Abbau ist fortschreitend und kann sich in eine akute Entzündung mit Schmerzen, Schwellung und Eiterbildung umwandeln.

Manchmal ist aufgrund des Zerstörungsgrades des Zahns oder einer Wurzelfraktur keine Wurzelbehandlung zur Rettung des Zahns mehr möglich. Selbst wenn zu diesem Zeitpunkt keine Beschwerden vorliegen, sollte der Zahn gezogen werden. Denn verbleibt der erkrankte Zahn in der Mundhöhle, kann sich die Infektion vergrößern, zur Bildung eines schmerzhaften eitrigen Abszesses im Knochen führen oder sie wird über das Blut in andere Körperregionen verschleppt. Nach der Entfernung des Zahnes gibt es verschiedene Möglichkeiten, die entstandene Lücke wieder zu schließen (Implantat, Brücke).

Wenn bei einer Wurzelbehandlung Bakterien im Kanalsystem verblieben sind oder sich im Anschluss neu angesiedelt haben, kann es zu einer neuen Entzündung kommen. Mögliche Ursachen dafür sind:

  • Kanäle wurden übersehen oder nicht auf ausreichender Länge oder Breite bearbeitet,
  • Die Reinigungswirkung war aufgrund einer komplexen Kanalanatomie zu gering,
  • Über eine Karies, undichte Füllungen oder eine zu späte Versorgung  mit einer Krone sind erneut Bakterien in das Wurzelkanalsystem eingedrungen.

Bei dieser Diagnose wird die alte Wurzelfüllung vollständig entfernt und das komplette Kanalsystem, inklusive bisher ggf. übersehener Kanäle, einer gründlichen Reinigung unterzogen. Im Anschluss erfolgen Füllung und Verschluss wie bei einer Erstbehandlung. 

Man kann nur behandeln, was man sieht. Zähne verfügen meist über mehr Wurzelkanäle als mit dem bloßen Auge zu erkennen ist. Ein unterer Frontzahn beispielsweise hat grundsätzlich einen Kanal, aber unter mikroskopischer Behandlung wurde bei 40% der Patienten ein zweiter entdeckt und konnte ebenfalls saniert werden. Wenn in diesen unbeachteten Kanälen entzündliches Gewebe verbleibt, ist die Prognose für den Zahn schlecht. Außerdem sind die Wurzeln nicht genormt, sondern ausgesprochen individuell geformt (C-förmig, oval, L-förmig, mit Ausbuchtungen bzw. Aufzweigungen versehen). Um sie absolut gründlich reinigen zu können, reicht die Behandlung mit herkömmlicher Technik nicht aus. Neben einem Hochleistungsmikroskop, ist ein zeitabhängiges, individuelles Spülprotokoll (Spüldesinfektion der Kanäle) unverzichtbar. Die Individualität der Wurzelkanäle muss auch bei der Wurzelfüllung berücksichtigt werden. Deshalb hat sich die warme Guttaperchafüllung unter den Spezialisten weltweit durchgesetzt. Durch die Erwärmung der Guttapercha im Wurzelkanal wird das Füllmaterial weich und kann unter mikroskopischer Kontrolle dem individuellen Wurzelkanalverlauf dicht angepasst werden.

Die Behandlung dauert in der Regel eineinhalb bis zwei Stunden und wird in den meisten Fällen in einer Sitzung abgeschlossen. Manchmal sind weitere Termine notwendig, besonders in komplexen Fällen oder wenn ein hoher Entzündungsgrad vorliegt.

Leider kann nicht jeder Zahn durch eine Wurzelbehandlung gerettet werden. Wenn zum Beispiel eine Fraktur der Wurzel vorliegt, oder der Zerstörungsgrad eines Zahns zu hoch ist, um ihn erfolgreich zu restaurieren. Nicht immer kann vor Beginn der Behandlung sicher festgestellt werden, ob ein Zahn gerettet werden kann. Manchmal ist es erst nach genauer Inspektion des Zahninneren möglich, eine Entscheidung diesbezüglich zu treffen.

In der Regel wird vor und zum Abschluss der Behandlung ein Röntgenbild angefertigt. In manchen Fällen, zum Beispiel bei unregelmäßigem Kanalverlauf, sind weitere Röntgenbilder aus verschiedenen Winkeln notwendig. 

Kofferdam ist ein kleines Gummi-OP-Tuch, das am zu behandelnden Zahn mit einer Klammer befestigt wird und während der gesamten Behandlung die im Speichel befindlichen Bakterien vom Operationsfeld fernhält.

Nein, eine lokal verabreichte Anaesthesie stellt sicher, dass Sie nichts spüren. In seltenen Fällen ist ein Zahn besonders empfindlich. Aber mit den heute zur Verfügung stehenden Möglichkeiten ist auch hier eine schmerzfreie Behandlung die Regel.

Nach jedem invasiven Eingriff ist eine Zeit der Regeneration zu erwarten. Während ihr Körper den natürlichen Heilungsprozess durchläuft, kann sich dieser in leichten bis mittleren Beschwerden äußern. Die den Zahn umgebenden Gewebe, Knochen und ein Ligament, das die Zahnwurzel ummantelt, sind in den meisten Fällen vor der Behandlung entzündet. Diese Entzündung und die Manipulation der Gewebe während der Behandlung sind der Grund für postoperative Beschwerden. Da Sie während der Therapie den Mund für einen längeren Zeitraum geöffnet halten, können Kiefer-, Nacken-, und Rückenmuskulatur die ersten Tage nach der Behandlung etwas verspannt sein. Auch ist es möglich, dass das Zahnfleisch durch die Befestigung des Gummi-OP- Tuchs (Kofferdam) für einen kurzen Zeitraum leicht gereizt ist. Die Symptome sind von kurzer Dauer und können in der Regel mit Schmerzmitteln, wie Ibuprofen oder Paracetamol, vollständig eingedämmt werden. Wir empfehlen innerhalb der ersten Stunde nach der Behandlung eine Tablette zur Schmerztherapie einzunehmen, damit eine Wirkung eintritt bevor die Betäubung abgeklungen ist. Eine postoperative Entzündung (Phoenix-Abszess) mit starken Schmerzen, Schwellung und Fieber kommt in ausgesprochen seltenen Fällen vor. Hier ist begleitend die Einnahme eines Antibiotikums indiziert. Bitte kontaktieren Sie unsere Praxis, wenn sich derartige Beschwerden bei Ihnen einstellen. Generell wird sich Ihr Zahn nach der Wurzelfüllung noch für eine Weile anders anfühlen als die umgebenden Zähne.

Die Wurzelbehandlung ist mit folgenden Risiken verbunden:

Hierzu zählen insbesondere:

  • leichte bis starke Schmerzen kurz nach der Wurzelbehandlung für einige Stunden bis Tage
  • unvollständig, nicht bis zum Ende der Wurzelspitze durchgängige Wurzelkanäle
  • unvollständige Wirkung der Betäubung
  • Perforation der Wurzel oder des Pulpenbodens
  • Schwellungen oder Abszesse kurz nach der Wurzelbehandlung oder später
  • Abbrechen von Wurzelkanalinstrumenten im Wurzelkanal
  • Verletzung des Gewebes an der Wurzelspitze
  • Überfüllung von Wurzelkanälen (Austreten von Füllmaterial aus der Wurzelspitze)
  • die Verfärbung oder das Abdunkeln eines wurzelgefüllten Zahnes
  • Absplitterung, Abbrechen, Zerbrechen wurzelgefüllter Zähne
  • Fortbestehen oder erneutes Auftreten von Beschwerden, Schmerzen oder Entzündung

Entstehende Komplikationen können die Einnahme von Antibiotika, weitere Behandlungen wie eine Wurzelspitzenresektion oder auch den Verlust des Zahnes bedeuten.

Die Behandlung durch einen Spezialisten in unserer Praxis erfolgt mit höchster Präzision unter dem OP-Mikroskop, nach neuesten wissentschaftlichen Erkenntnissen und mit Hilfe modernster Technik. Damit erreichen wir Erfolgsquoten bis zu 96%.

Die Erfolgschancen hängen jedoch auch davon ab, in welchem Zustand der Zahn vor der Behandlung ist und welche Nachsorge getroffen wird. Ist ein Zahn lediglich entzündet und der ihn umgebende Zahnhalteapparat und Knochen gesund, liegen die Erfolgschancen bei 96%. Hat sich die Entzündung bereits ausgebreitet und zu einer Knochenauflösung (Otitis apicalis) geführt oder wird der Zahn nach erfolgreicher Behandlung nicht suffizient restauriert (Teilkrone, Krone), sinken die Erfolgschancen deutlich.

Wie bei allen medizinischen Eingriffen am menschlichen Körper, kann keine Garantie für einen 100%igen Erfolg gegeben werden. Tritt keine Heilung ein, kann es sein, dass weitere Behandlungsschritte, wie eine Wurzelspitzenresektion oder die Entfernung des Zahns notwendig werden.

Um eine Verletzung der Weichgewebe, wie Wange, Zunge oder Lippe zu vermeiden, sehen Sie bitte bis zum vollständigen Abklingen der Betäubung von heißen Getränken und jeglicher Nahrungsaufnahme ab.

Ohne eine höckerumgreifende Restauration sind wurzelkanalbehandelte Zähne stark frakturgefährdet. Deshalb vermeiden Sie bitte eine Belastung Ihres Zahnes, bis eine solche Versorgung eingegliedert wurde.

Führen Sie unverändert Ihre täglichen Maßnahmen zur Mundhygiene durch.

Falls die Kavität Ihres Zahnes mit einer temporären Füllung verschlossen wurde, ist es nicht ungewöhnlich, dass sich zwischen den Behandlungsterminen eine dünne Schicht abträgt. Falls Sie das Gefühl haben, dass die komplette Füllung verloren gegangen ist, kontaktieren Sie bitte unsere Praxis.

Die abgeschlossene Wurzelkanalfüllung ist nur der erste Schritt, die Funktionstüchtigkeit Ihres Zahnes wieder herzustellen. Um einen langfristigen Erfolg zu garantieren, muss der Zahn mit einer geeigneten, festsitzenden Restauration versorgt werden. In den meisten Fälle ist das eine höckerübergreifende Versorgung (Overlay, Teilkrone, Krone), die dem geschwächten Zahn wieder die volle Kaukraft zurückgibt und ihn vor Fraktur schützt. Mit guter Mundhygiene, Anwendung von Zahnseide, regulären Besuchen beim Zahnarzt und der professionellen Zahnreinigung hat ein suffizient wurzelgefüllter und restaurierter Zahn die gleiche Lebensdauer wie ein natürlicher Zahn. In den meisten Fällen werden in Abständen von 3, 6 und 12 Monaten und danach jährlich bis zu vier Jahren nach der Behandlung, Röntgenbilder vom betroffenen Zahn angefertigt, um den Heilungsprozess zu verfolgen. In seltenen Fällen heilt auch nach Monaten eine Entzündung am Zahn nicht aus oder der Zahn bereitet weiterhin oder auch nach Jahren der Ruhe wieder Beschwerden. Oft kann dann durch eine erneute Wurzelfüllung, einer sogenannten Revision, der Zahn gerettet werden. 

In den meisten Fällen werden in Abständen von 3, 6 und 12 Monaten und danach jährlich bis zu vier Jahren nach der Behandlung Röntgenbilder vom betroffenen Zahn angefertigt, um den Heilungsprozess zu verfolgen.

Die Behandlungen sind sehr aufwändig und erstrecken sich über eine Dauer von mehreren Stunden. Für einen optimalen Therapieerfolg nehmen wir uns die erforderliche Zeit. Daher muss auch bei gesetzlich versicherten Patienten die Abrechnung nach GOZ erfolgen. Auch bei privat Versicherten können je nach Schwierigkeitsgrad Kosten entstehen, die nicht von den privaten Versicherungen übernommen werden.

Beim Erstuntersuchungstermin werden alle Maßnahmen und der individuelle Behandlungsverlauf besprochen. Das hilft vielen Patienten, Ihre Ängste und Bedenken zu nehmen. Wenn Sie es dennoch vorziehen eine, Behandlung unter Sedierung oder Vollnarkose zu erhalten, sind wir dafür in unserer Praxis ausgestattet.

In ganz seltenen Fällen kann es zu einer erneuten Entzündungsreaktion an der Wurzelspitze kommen, die einen kleinen chirurgischen Eingriff erfordert. Bei dieser Behandlung wird die entzündete Wurzelspitze schmerzfrei unter Betäubung entfernt. Im Anschluss wird der betroffene Wurzelkanal von der Spitze her gereinigt und bakteriendicht gefüllt. Die fehlende Knochensubstanz bildet sich neu. Die Erfolgschancen von Wurzelspitzenresektionen liegen bei 50%.

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